Weitere Streitereien um Gebiet
aus: www.bernerzeitung.ch, von Fabian von Allmen. Aktualisiert am 07.08.2009
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Pro Natura beschweren sich über den Teilzonenplan Engstlenalp. Weitere Beschwerden für das Gebiet sind hängig. Die Naturschutzorganisationen nennen das «Salamitaktik».
Der Streit um die Nutzung der Engstlenalp geht in die nächste Runde: Am 2. Juli hat das Amt für Gemeinden und Raumordnung den Teilzonenplan Engstlenalp teilweise genehmigt. Dieser soll die touristische Nutzung des zum grossen Teil unter Naturschutz stehenden Gebiets regeln. Gegen den Teilzonenplan reichen die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura Berner Oberland, Pro Natura Bern und Pro Natura nun Beschwerde ein. «Das ist eine schwache Leistung vom Amt», sagt Hans Fritschi, Vizepräsident Pro Natura Berner Oberland und Co-Präsident IG Pro Frutt-Engstlenalp. Die Organisation kritisiert, dass durch den Plan «widerrechtlich erstellte Bauten und Nutzungen legalisiert werden», zudem sei die Erschschliessung nicht geregelt. Konkret meint Pro Natura dieRossbodenhütte mit ihrem Betreiber Hanspeter Wenger. Dieser hatte den Anstoss zur Teilzonenplanung gegeben, da er für die Bewirtung im «Rossboden» jeweils Sonderbewilligungen beantragen musste (wir haben berichtet).
Beschwerden hängig
Das Amt hat einen Teil des Teilzonenplans sistiert. «Es handelt sich um den Korridor hinten an der Engstlen, in welchem die Langlaufpiste vorgesehen ist und in dem Gäste jeweils zum Skilift und zurück transportiert werden», sagt Marianne Staub, Juristin des Amts für Gemeinden und Raumordnung auf Anfrage. Denn für diesen Sektor ist zusätzlich eine Beschwerde bezüglich des Naturschutzgebietes Engstlensee-Jungibäche-Achtelsass hängig ist, so Staub. «Vorstoss gegen Grundsatz»
Die Naturschutzorganisationen sprechen in ihrer Beschwerde von «Salamitaktik», es werde gegen das Koordinationsgebot, ein anerkannter Grundsatz der Raumplanung, verstossen. Dies weil «die Revision des Naturschutzgebietes Engstlensee-Jungibäche-Achtelsass und das Projekt Schneeparadies Titlis - Melchsee-Frutt - Hasliberg hängig sind, und zudem die Gemeinde Innertkirchen ein Entwicklungskonzept Gental/Engstlenalp erarbeitet.» Das Konzept sehe verschiedene Infrastrukturen, unter anderem einen Rundweg um den Engstlensee, vor.
Die Beschwerde der Naturschutzorganisationen hat aufschiebende Wirkung. Sie wird vom Rechtsdienst der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion behandelt. «Wenn die Beschwerde abgelehnt wird, ziehen wir ans Verwaltungsgericht weiter», kündigt Hans Fritschi an. (Berner Oberländer)
Erstellt: 07.08.2009, 09:10 Uhr
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