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Melchsee-Frutt,
28.02.2008, 22:56
 

Schneeparadies verzögert sich weiter

Quelle: Jungfrau Zeitung 28. Februar 2008

Artikelinfo:
Online seit: 28.02.2008, 17.17 Uhr
Autor/in: Heidi Schwaiger
Artikel Nr. 83628


Verkehrskonzept liegt erst im August vor

Aufgrund «seilbahn- und lawinentechnischer» Mängel in der Planung der ersten Bauetappe des Schneeparadieses verzögert sich das Projekt um fünf Monate. Im August soll der Umweltverträglichkeitsbericht vorliegen und das Konzessionsgesuch eingereicht werden.

Ursprünglich sollten Anfang 2008 zwei Konzessionsgesuche für die erste Bauetappe des Schneeparadieses Hasliberg-Frutt-Titlis beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden (diese Zeitung berichtete). Nun kommt es zu Verzögerungen. Wie Albert Wyler, CEO der Titlisbahnen, gegenüber dieser Zeitung erklärte, werden Verkehrskonzept und Umweltverträglichkeitsbericht erst im August vorgestellt. Parallel dazu werden die Konzessionsgesuche für die neue Bahn von Engstlenalp ins Schaftal und die Versetzung der bestehenden Anlage Engstlenalp-Jochpass eingereicht. «Wir hatten die beiden Anlagen fertig geplant», so Wyler. Doch das Gutachten Ende Jahr habe ergeben, dass die Planung in Bezug auf Seilbahnen und Lawinen nicht den Ansprüchen genügte. «Die Um- und Neuplanungen können erst nach der Schneeschmelze vorgenommen werden», erklärt Wyler. Deshalb komme es nun zu Verzögerungen von fünf Monaten.

«Mit allen Mitteln bekämpfen»
Für die Titlisbahnen sei die Verzögerung nicht tragisch, wie Wyler betont. «Unser Zeitfahrplan war sehr ambitiös.» Zudem seien Anpassungen Bestandteil eines normalen Planungsprozesses. Durch die Neuplanung habe man zeitlich mehr Luft erhalten. Wyler rechnet aufgrund Einsprachen nicht vor 2011 mit dem Bau der beiden Lifte. Dass es zu Einsprachen kommen wird, ist für Hans Fritschi, Pro Natura Berner Oberland, absolut klar: «Wir werden das Projekt rechtlich mit allen Mitteln bekämpfen, wenn nötig bis vor das Bundesgericht.» Für Fritschi steht fest, dass es im Zusammenhang mit der «Kunstschneehölle», wie er das Schneeparadies bezeichnet, noch zu weiteren Verzögerungen kommen wird. «Das geht noch Jahre.»

Ökologie vernachlässigt
Der Pro-Natura-Vertreter geht davon aus, dass die fünfmonatige Verzögerung stark mit der mangelnden ökologischen Planung im Vorfeld zusammenhängt. «Für einen Umweltverträglichkeitsbericht muss man die Vegetation mindestens eine Saison lang beobachten», so Fritschi. Dafür hatte die Titlisbahn seiner Meinung nach letztes Jahr zu wenig Zeit. «Wenn es seriös gehen soll, braucht so ein Bericht Zeit.» Die Projektverantwortlichen planen, das Schneeparadies bis 2012 fertig zu stellen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf bis zu 50 Millionen Franken.

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