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Melchsee-Frutt,
19.03.2008, 00:10
 

Pro Natura kündigt Einsprache an

Quelle: Jungfrau Zeitung 18. März 2008
Artikelinfo:
Online seit: 18.03.2008, 00.10 Uhr
Autor/in: Heidi Schwaiger
Artikel Nr. 84046


Überbauungsordnung Beschneiung Jochpass liegt auf

Bis zum 15. April liegt die Überbauungsordnung Beschneiung Jochpass samt Umweltverträglichkeitsbericht öffentlich auf. Pro Natura wird erneut gegen das Projekt der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG Einspruch erheben. Wichtige Forderungen der Mitwirkung seien nicht erfüllt worden, wie Vizepräsident Hans Fritschi erklärt.

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Auf Nidwalder Seite sind die 2005 projektieren Schneekanonen bereits seit letzter Saison in Betrieb. Wann die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG auf Berner Seite die geplante Installation von rund 36 Beschneiungslanzen umsetzen kann, ist nach wie vor offen. Die Geschichte des stockenden Projektverlaufs wird inzwischen immer länger: 2005 erhob die Berner Oberländer Sektion der Naturschutzorganisation Pro Natura Einspruch gegen das Projekt, weil die planerischen Grundlagen fehlten. Die Titlisbahnen zogen ihr Baugesuch daraufhin im Jahr 2006 zurück. 2007 wurde eine Überbauungsordnung (UeO) zur öffentlichen Mitwirkung aufgelegt. Pro Natura lehnte die geplanten Geländeveränderungen ab, die ökologischen Grundlagen wurden als rudimentär bezeichnet. Auch befürchtete man bei Pro Natura, dass mit der Beschneiungsanlage Vorarbeit für das Schneeparadies Hasliberg-Frutt-Titlis geleistet würde.

Kaum Auswirkungen auf Umwelt
Seit Freitag liegt nun die vom Kanton Bern postitiv vorgeprüfte UeO Beschneiung Jochpass sowie ein Umweltverträglichkeitsbericht öffentlich auf. Dieser kommt zum Schluss, dass «die Landwirtschaft durch den Bau und den Betrieb der Beschneiungsanlage nicht nennenswert verändert beziehungsweise belastet wird». Die Geländeanpassungen sollen sich auf die Versetzung von grossen Steinen und verkarstetem Fels oberhalb der Talstation der Sesselbahn Engstlenalp-Jochpass beschränken. Der Eingriff ins Gelände beim Bau der Leitungen für die Schneekanonen soll gemäss Bericht kaum erkennbar sein. «Auswirkungen auf die Umwelt sind von geringer Bedeutung, zumal das Gebiet seit langer Zeit touristisch intensiv genutzt wird und bereits vorbelastet wird», heisst es weiter.

Pro Natura nicht überzeugt
Vorarbeit für das Schneeparadies wird laut Bericht nicht geleistet: «Die Planung macht eigenständig Sinn und ist nicht von anderen Vorhaben abhängig.» Die Koordination mit anderen Vorhaben sei sichergestellt. Hans Fritschi, Vizepräsident von Pro Natura Berner Oberland, ist davon nicht überzeugt. «Die Praxis hat gezeigt, dass die Planungen viel miteinander zu tun haben», bemerkt er gegenüber dieser Zeitung. Obwohl die UeO an einigen Punkten wichtige Anpassungen erfahren hat, wird Pro Natura im Rahmen der Frist Einspruch erheben. «Wichtige Forderungen sind nicht erfüllt worden», erklärt Fritschi. Man werde informieren, sobald die UeO im Detail geprüft worden ist.

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